Seit Anfang Oktober gelten für E-Mopeds strengere Regeln. Die Fahrzeuge dürfen nicht mehr auf Radwegen unterwegs sein und benötigen eine Zulassung samt Kennzeichen. Seither sind sie weitgehend aus dem Straßenbild verschwunden. Viele Besitzer haben ihre E-Mopeds offenbar einfach zurückgelassen. Allein die Abschleppgruppe der MA 48 hat mittlerweile 429 Fahrzeuge entfernt. Weitere 31 wurden auf den Mistplätzen abgegeben.
Bei fast allen E-Mopeds fehlt der Akku
Für viele der ausrangierten Fahrzeuge endet die Fahrt auf dem Abschleppplatz der MA 48 in Simmering. Dort zeigt sich ein auffälliges Bild: Bei den meisten E-Mopeds fehlt der Akku. "Bei den 429 entfernten E-Mopeds waren nur vier Fahrzeuge mit Akkus", berichtet Andreas Tesar, Leiter der Abschleppgruppe, gegenüber "Wien heute". Auch von den 31 auf Mistplätzen abgegebenen Fahrzeugen hatten lediglich vier einen Akku.
Die abgestellten E-Mopeds werden zunächst zwei Monate aufbewahrt. Holt sie niemand ab, gehen sie ins Eigentum der Stadt über und werden anschließend verschrottet. Beschädigte Fahrzeuge entsorgt die MA 48 bereits früher. Auch im Straßenverkehr sind die einst häufig anzutreffenden Gefährte mittlerweile eine Seltenheit. Laut Polizei gab es seit Inkrafttreten der neuen Bestimmungen lediglich elf Beanstandungen, fast ausschließlich wegen fehlender Zulassung.
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Händler droht Schaden von bis zu 100.000 Euro
Während die MA 48 mit zurückgelassenen Fahrzeugen beschäftigt ist, bringt die Gesetzesänderung manche Händler in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Im Fadu Bike Store in Wieden sitzt Betreiber Milad Iranpur auf rund 80 E-Mopeds. Etwa die Hälfte davon ist fabrikneu, die übrigen Fahrzeuge hatte er zuvor an Essenszusteller vermietet.
"Seit 1. Oktober können wir sie nicht mehr verkaufen", erklärt Iranpur gegenüber dem ORF. Nun versucht er, zumindest die neuen Fahrzeuge ins Ausland zu verkaufen. Eine Lösung hat er bislang allerdings nicht gefunden. Den finanziellen Schaden beziffert der Geschäftsbetreiber auf 80.000 bis 100.000 Euro. Mögliche Entsorgungskosten kommen noch dazu.
Der Händler hat auch eine Erklärung dafür, warum so viele der abgestellten E-Mopeds keinen Akku mehr besitzen. Bei einem Fahrzeug im Wert von 2.000 Euro entfalle ungefähr die Hälfte des Preises auf die Batterie. Viele Essenszusteller hätten diese deshalb behalten, um sie möglicherweise für andere Fahrzeuge weiterzuverwenden.
Lieferdienste satteln um
Bei den großen Essenslieferdiensten verlief die Umstellung nach eigenen Angaben hingegen weitgehend problemlos. Sowohl Foodora als auch Lieferando setzen mittlerweile auf Fahrzeuge, die den neuen Vorschriften entsprechen. Lieferando unterstützt aktive freie Dienstnehmer mit einem monatlichen Rabatt von 40 Euro auf ein E-Bike-Abo. Wegen der großen Nachfrage wurde das Angebot bereits ausgeweitet. Auch Foodora nutzt dieses Modell und erklärte, den Wechsel frühzeitig vorbereitet zu haben. Der laufende Lieferbetrieb sei dadurch kaum beeinträchtigt worden.
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