3,7 Millionen

MAK-Coup: Kunst-Dieb hatte Schusswaffe mit

Außenansicht des Museums für Angewandte Kunst in Wien mit zwei Porträts in runden Ausschnitten.
© APA & LPD Wien (Fotomontage)
Neueste Details nach dem bewaffneten Raubüberfall im Wiener MAK zeigen das Ausmaß der Tat: Das entwendete Collier ist offenbar deutlich wertvoller als zunächst von der Polizei angenommen.
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Nach dem Aufsehen erregenden Vorfall schätzte man die Beute vorerst auf etwa 500.000 Euro. Berichten des Ö1-Morgenjournals zufolge beläuft sich der eigentliche Wert des Stücks jedoch auf knapp 3,7 Millionen Euro.

Laut neuesten Informationen der Landespolizeidirektion Wien hatte einer der beiden Tatverdächtigen, nach denen aktuell intensiv gefahndet wird, eine echte Schusswaffe bei sich.

Mit der Beute flüchteten die Tatverdächtigen anschließend zu Fuß in Richtung Stadtpark. Umfangreiche Fahndungsmaßnahmen unter Beteiligung der Bereitschaftseinheit Wien, der Polizeidiensthundeeinheiten Wien und Niederösterreich sowie des Landeskriminalamts Wien wurden eingeleitet.

Derzeit werden die gesicherten Spuren sowie das Videomaterial aus Überwachungskameras kriminaltechnisch ausgewertet und weitere Zeugen vernommen.

Am Freitag waren die Ermittler damit beschäftigt, im MAK Spuren und auch Bilder aus den Überwachungskameras zu sichern. Ausgewertet werden laut Anna Gutt auch Aufnahmen von Kameras in der Umgebung - an Straßenzügen oder U-Bahn-Stationen. Auch Zeugen werden nun befragt, die den Diebstahl in dem Museumsraum mitbekommen haben.

Die beschuldigten Männer kamen am frühen Donnerstagnachmittag in das Museum, kauften sich Eintrittskarten und besuchten die Ausstellungsräume. In welcher Form die Täter bezahlten, ist noch Gegenstand von Ermittlungen. Ein Mann schlug mit dem Hammer das Sicherheitsglas der Vitrine ein, während der zweite die Waffe zog. Die beiden dürften genau gewusst haben, welches Stück sie mitnehmen.

Ob es sich um eine Auftragsarbeit gehandelt haben könnte, bestätigte Gutt nicht, da es sich um laufende Ermittlungen handelt. Das Duo flüchtete zu Fuß Richtung Stadtpark. Ob sie danach in ein Auto stiegen oder anders das Weite suchten, ist noch unklar.

Van Cleef & Arpels Meisterwerk

Das geraubte Objekt stammt aus dem Jahr 1939 und wurde vom bekannten Juwelierhaus Van Cleef & Arpels aus Platin angefertigt. Besetzt ist es mit 673 Diamanten, die zusammen auf rund 200 Karat kommen. Ein einzelner Edelstein in der Mitte wiegt allein etwa sechs Karat. Umrahmt wird dieser Hauptstein von mehr als 100 weiteren Diamanten.

Königliche Geschichte des Schmuckstücks

Die Anfertigung erfolgte im Auftrag des ägyptischen Königshauses für die Vermählung von Prinzessin Fawzia mit dem iranischen Kronprinzen Mohammad Reza Pahlavi. Königin Nazli, die Mutter der Braut, trug den Schmuck während des Festes. Im Jahr 2015 wechselte das Stück bei einem Verkauf für rund 4,3 Millionen Dollar den Eigentümer.

Prächtiges Collier mit mehreren Reihen funkelnder Diamanten auf schwarzem Hintergrund.
© APA/LANDESPOLIZEIDIREKTION WIEN

Bewaffneter Überfall am Nachmittag

Die beiden Täter betraten das MAK in der Wiener Innenstadt gegen 14 Uhr wie gewöhnliche Gäste. Kurz darauf bedrohten sie Umstehende mit einer Waffe, zerschlugen eine Vitrine aus Glas und entkamen mit der Beute. Trotz Fahndung inklusive Personenspürhund fehlt von den Tätern jede Spur. Verletzt wurde niemand. Die Kriminalpolizei sucht nach zwei schlanken Männern mit dunklen Haaren und dunklem Bart, etwa 170 bis 175 cm groß, bekleidet mit schwarzer Kleidung und dunklen Turnschuhen mit weißer Sohle.

Ausstellung im MAK vorübergehend zu

Der Vorfall ereignete sich in der Sonderschau "GLANZSTÜCKE. Van Cleef & Arpels High Jewelry x Meisterwerke aus der MAK-Sammlung". Während das Museum generell offen bleibt, ist dieser Ausstellungsbereich kurzzeitig für Besucher gesperrt, soll jedoch baldmöglichst wieder zugänglich gemacht werden.

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