Bunte Gesichter, fiese Monster und Kunstblut gehören am Gruselabend fix zum Feiern dazu. Doch ausgerechnet der bunte Gruselspaß kann böse ins Auge gehen, wie jetzt eine Untersuchung der Arbeiterkammer Oberösterreich gemeinsam mit DIE UMWELTBERATUNG beweist.
Die Tester nahmen 15 beliebte Schminkartikel aus den Regalen heimischer Händler genau unter die Lupe. Das erschreckende Resultat der Laboranalyse: Gerade einmal fünf Artikel konnten ohne Bedenken empfohlen werden. Zehn Produkte fielen durch oder bekamen herbe Abzüge – in fünf Schminksets steckten sogar Stoffe, die unter Krebserreger-Verdacht stehen oder im Hormonsystem von Lebewesen Schaden anrichten können.
Dieses Grusel-Makeup fiel beim Test durch
Gleich fünf bekannte Produkte aus großen Supermärkten und Drogerien wurden von den Experten mit der schlechtesten Note "nicht empfehlenswert" abgestraft:
- Basic Set Zombie von Müller
- Makeup Kit von Billa
- Lippenstift von Libro
- Kunstblut von Müller
- Set of 10 Make Up Sticks von Spielwaren Heinz
Die Liste der gefundenen Problemstoffe liest sich wie ein Albtraum der Chemieindustrie. In den Rezepturen fand sich unter anderem Imidazolidinyl Urea – ein gefürchteter Formaldehydabspalter. Dieser Stoff sorgt zwar dafür, dass Cremen nicht verderben, gibt dabei aber kontinuierlich Formaldehyd ab. Das Problem: Formaldehyd ist von Medizinern offiziell als krebserregend eingestuft.
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Verdacht auf Schäden an Fortpflanzung und Hormonen
Ebenso schwere Vorwürfe erheben die Konsumentenschützer wegen entdeckter Substanzen wie Butylhydroxytoluol (BHT), Methylparaben und Propylparaben. Diese Verbindungen stehen auf den internationalen Endocrine-Disruptor-Listen:
- BHT: Verdächtig, die Schilddrüse anzugreifen sowie Wachstum und Fruchtbarkeit zu stören.
- Methylparaben: Gilt im Tierversuch als Auslöser für heikle Veränderungen an Fortpflanzungsorganen.
- Propylparaben: In Studien wurde ein deutlicher Rückgang der männlichen Spermienqualität nachgewiesen.
Zwar beruhigt die europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA dahingehend, dass solche Inhaltsstoffe die menschliche Haut nur langsam passieren und das Risiko bei Kosmetika daher als vernachlässigbar gilt. Doch viele Eltern wollen derartige Chemikalien verständlicherweise gar nicht erst im Gesicht ihrer Kinder sehen. Fünf weitere Produkte landeten in der Kategorie "bedingt empfehlenswert", weil sie voller synthetischer Kunststoffe stecken, die nach dem Abschminken ungefiltert in Flüssen und Meeren landen.
Was der Grusel-Einkauf kostet und wie man sich schützt
Eingekauft wurden die Testprodukte bei Händlern wie Action, Billa, BIPA, Libro, Müller und Spielwaren Heinz. Preislich bewegte sich die Gruselware zwischen 2,79 Euro für ein einfaches Teufel-Schminkset und 12,99 Euro für eine 500-ml-Flasche Kunstblut.
Um Hautreizungen oder Schlimmeres zu verhindern, raten die Experten zu simplen Schutzmaßnahmen:
- Packungsangaben: Warnhinweise und Altersfreigaben für Kinder strikt beachten.
- Hauttest: Vorab einen kleinen Tupfer auf dem Arm antesten, ob Rötungen auftreten.
- Augen und Mund aussparen: Aggressive Schminke niemals zu nah an Lippen oder Augenlider auftragen – Eltern sollten beim Schminken helfen.
- Check im Geschäft: Die kostenlose ToxFox-App zeigt beim Scannen des Strichcodes sofort an, ob bedenkliche Stoffe, Nanopartikel, ewige PFAS-Chemikalien oder Mikroplastik in der Tube lauern.
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