Keine Zusammenarbeit

Becker: Neuer Schlag-Abtausch mit Zverev

Ein Mann im Anzug blickt ernst während einer Sportveranstaltung in einer Arena.
© Getty Images
Tennis-Deutschland diskutiert über das neue Spiegel-Interview von Boris Becker.
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Zwischen Boris Becker und Alexander Zverev herrscht eine ganz eigene Dynamik: Eine Mischung aus Fachwissen, väterlicher Überwachung und ständigen kleinen Nadelstichen. Nachdem Becker im Spiegel Zverevs sportlichen Erfolg auf eine taktische Umstellung zurückführte, konterte die deutsche Nummer eins gewohnt trocken.

“Mich hat immer nur einer die vergangenen Jahre kritisiert, so seit drei Jahren. Und das interessiert mich wenig. Immer, wenn er was gesagt hat, ist das Gegenteil passiert, damit kann ich sehr gut leben.”

Alexander Zverev über Boris Becker

Becker hatte gegenüber dem deutschen Wochen-Magazin Zverevs positive Entwicklung intensiv analysiert. Sein Kernpunkt: Zverev agiere endlich aggressiver und stehe bei den Ballwechseln ein bis zwei Meter weiter vorne im Feld, statt sich hinter der Grundlinie einzuigeln. Was als sportliche Fachanalyse gedacht war, kam bei Zverev jedoch wieder einmal als ungebetene Belehrung an.

"Ich muss der Chef im Ring sein"

Besonders spannend ist, wie Becker seine eigene Vergangenheit als Erfolgscoach von Novak Djokovic (den er von 2013 bis 2016 an die Spitze führte) ins Spiel bringt, um zu erklären, warum eine Zusammenarbeit mit Zverev ausgeschlossen ist:

Der Chef-Anspruch: Becker stellte im Spiegel klar: "Ich muss der Chef im Ring sein. Wenn dann ein Familienmitglied eine andere Meinung hat, in einer Sprache, die ich nicht verstehe, in diesem Fall Russisch, dann geht es nicht."

Das "Familienunternehmen": Während Djokovic damals professionell und kompromisslos auf Beckers Expertise hörte, sieht Becker Zverevs enges Umfeld (Vater und Bruder als Coaches) als geschlossenes System, in dem er als externer Trainer keinen Platz hätte.

Das Verhältnis gleicht damit weiter einem sportlichen Schattendoppel: Der dreifache Wimbledon-Sieger, der genau weiß, wie man Grand Slams gewinnt (wie er einst bei Djokovic bewies), prallt am kompromisslosen Selbstvertrauen der neuen Nummer eins ab. Die verbalen Ballwechsel dürften auf diesem Niveau so schnell also nicht enden.

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