Wieder Demos

Frankreich: Heute droht neue Krawall-Nacht

Ein Auto brennt lichterloh, dichter Rauch steigt auf, Menschen protestieren im Hintergrund.
© Getty Images
ine Woche nach den gewaltsamen Ausschreitungen in Frankreich wollen am Samstag "Gelbwesten", Gewerkschaften und Schüler im Land auf die Straße gehen.
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Angesichts der starken Spannungen werden rund 70.000 Sicherheitskräfte im Einsatz sein. Für die Demonstrationen gelten strenge Auflagen, in Paris wurde nur ein Protestmarsch mit verkürzter Route genehmigt. Die Behörden in Lyon haben Demonstrationen im Zentrum untersagt. In Marseille darf nur eine Gewerkschaftsdemo stattfinden.

Premierminister Sébastien Lecornu sagte am Freitagabend, dass die Bedrohungslage weiterhin hoch sei. Er verwies dabei auf "Linksextreme" und "Kriminalität".

Ein Demonstrant wirft eine Leuchtrakete während eines Protests, Rauch umgibt ihn.
© AFP

Gelbwesten planen mehr als 700 Aktionen im Land

Die "Gelbwesten" planen mehr als 700 Aktionen im ganzen Land, darunter 500 Demonstrationen. Laut einer auf ihrer Website veröffentlichten Karte sind etwa Aktionen an Tankstellen, Öllagern, Bahnhöfen, Häfen und Brücken vorgesehen.

In der Hauptstadt Paris wurde nur ein Protestmarsch genehmigt, hier gab es bis zuletzt Streit um den Verlauf der Route. Mehrere Museen wie der Louvre und das Musée d'Orsay bleiben am Samstag geschlossen.

Demonstrationsverbote in vielen Städten

In Straßburg soll eine Gewerkschaftsdemonstration stattfinden, in zahlreichen Städten wurden hingegen Demonstrationsverbote verhängt. Betroffen sind etwa Nancy, Metz, Besançon, Belfort, Rouen, Le Havre, Toulon sowie Limoges - dort war am 17. Oktober das Rathaus in Brand gesetzt worden.

Ein vermummter Demonstrant hält eine Palästina-Flagge vor brennender Bushaltestelle in Paris.
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Die Verbote und Einschränkungen stießen auch auf Kritik. Amnesty International prangerte "eine Entwicklung hin zu autoritären Praktiken" an. Der Menschenrechtskommissar des Europarats rief dazu auf, das Demonstrationsrecht zu achten.

Massive Ausschreitungen am vergangenen Wochenende

Am vergangenen Wochenende war es in Frankreich am Rande von Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem zu massiven Ausschreitungen gekommen. Tausende Geschäfte wurden geplündert, Rathäuser und Polizeistationen angegriffen und Gebäude in Brand gesetzt. Als Reaktion darauf wurden in mehreren Großstädten nächtliche Ausgangssperren verhängt.

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