Bis nach Wien

Größte Spinne Europas breitet sich in Österreich aus

Nahaufnahme einer australischen Wolfsspinne auf einem Blatt.
© Getty Images
Spinnen-Alarm im Land! Die Südrussische Tarantel, die als größte Spinne Mitteleuropas gilt, dehnt ihren Lebensraum in Österreich immer weiter aus. Wir zeigen, was hinter der Ausbreitung steckt.
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Wer im Herbst in der Steiermark unterwegs ist und ein ungewöhnlich großes Exemplar entdeckt, könnte auf eine Tarantel stoßen. In diesem Bundesland kommen mittlerweile zwei auffällige Arten vor, wovon eine die größte Spinne Mitteleuropas darstellt.

Zwei Arten im Bundesland

Relevant ist allen voran die Schwarzbäuchige Tarantel (Hogna radiata), welche eine Körperlänge von bis zu zweieinhalb Zentimetern erreicht. Sie bevorzugt vor allem warme sowie trockene Gebiete mit wenig Vegetation und sandigen oder steinigen Böden. Österreich liegt an der nördlichen Verbreitungsgrenze dieser mediterranen Art. Nachweise reichen laut "Kleine Zeitung" vom Burgenland über die Steiermark bis nach Kärnten.

Suche nach geeigneten Plätzen

Gerade in der Herbstzeit steigt die Chance auf eine Begegnung deutlich an. Die Männchen begeben sich auf Partnersuche und legen dabei größere Distanzen zurück, wodurch sie an milden Tagen in die Nähe von Wohngebieten gelangen. Die Weibchen sind ebenfalls unterwegs, suchen jedoch nach passenden Plätzen für den Winter. Dadurch können sich einzelne Tiere in Gärten, Garagen oder Häuser verirren. Noch größer wird die Südrussische Tarantel (Lycosa singoriensis), die bis zu vier Zentimeter Körperlänge aufweist und somit als größte Spinne Mitteleuropas gilt.

Erster Nachweis im Osten

Bisher lag der Verbreitungsschwerpunkt der Südrussischen Tarantel weiter im Osten. Bekannte Vorkommen erstrecken sich von der ungarischen Grenze im Burgenland über Wien bis ins niederösterreichische Weinviertel. Mittlerweile wurde die Art jedoch auch in der Steiermark entdeckt, wo 2024 über die Plattform naturbeobachtung.at erstmals ein Nachweis gelang. Sie liebt warme, sandige Flächen mit wenig Bewuchs sowie Gewässerufer.

Keine Gefahr für Menschen

Trotz ihrer beeindruckenden Größe geht von beiden Tarantelarten keine Gefahr für Menschen aus. Der Naturschutzbund empfiehlt daher dringend, die Tiere weder zu verletzen noch zu töten. Verirrt sich ein Exemplar ins Haus, lässt es sich mit einem Glas einfangen und nach draußen bringen. Im Freien sollten die Spinnen in Ruhe gelassen und nicht umgesiedelt werden, um ihre natürliche Wanderung nicht zu stören.

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