Normalerweise sollen neue Dachziegel auch möglichst lange wie neu aussehen. Bei der Wiener Hofburg ist das anders. Dort bekommen die Dächer des Schweizerhofs eine neue Eindeckung, die schon beim Verlegen leicht verwittert wirkt. Dahinter steckt allerdings keine ungewöhnliche Modeerscheinung, sondern der Denkmalschutz.
Seit Juni 2026 lässt die Burghauptmannschaft Österreich (BHÖ) die Dächer der "Alten Burg", des ältesten Trakts der Hofburg, umfassend sanieren. Dabei wird die bisherige Dacheindeckung entfernt und durch neue Ziegel ersetzt. Der historische Charakter des Gebäudes soll dabei möglichst unverändert bleiben.
Neue Ziegel mit historischem Look
Dafür wurde eigens ein Dachziegel entwickelt, dessen spezielle Oberflächenbeschichtung eine bereits leicht verwitterte Optik erzeugt. Die neuen Ziegel sollen sich dadurch harmonisch in das Erscheinungsbild des Schweizerhofs einfügen und gleichzeitig modernen Qualitätsanforderungen entsprechen. Bei der Gestaltung und Farbgebung wird eng mit dem Bundesdenkmalamt zusammengearbeitet. Produziert werden die Spezialziegel vom Baustoffhersteller Wienerberger im südsteirischen Gleinstätten. "Besonders freut es mich, dass bei diesem Projekt ein Made-in-Austria Produkt zum Einsatz gekommen ist", betont Burghauptmann Reinhold Sahl. Die Verbindung von Denkmalschutz und heimischer Wertschöpfung sei auch für Wirtschaft und Forschung von Bedeutung.
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Schutz vor Wind und Wetter
Bei der Sanierung geht es allerdings um weit mehr als die Optik. Auch sämtliche Verblechungen werden überprüft und bei Bedarf instand gesetzt. Dadurch soll künftig verhindert werden, dass Wasser ins Gebäude eindringt oder Schnee und Hagel Schäden anrichten. Gleichzeitig soll das Risiko herabfallender Dachziegel minimiert werden. "Der Auftrag zeigt, wie sich Denkmalschutz, höchste Qualitätsansprüche und moderne Produktion erfolgreich verbinden lassen", erklärt Markus Blumauer von wienerberger Österreich.
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