Spiel verweigert

Irre Drohung im TV: Funktionär droht Nationalspieler mit Hinrichtung

© Getty Images
Weil ein Nationalspieler seine Teilnahme an den nächsten Länderspielen abgesagt hat, rastet ein irakischer Fußballfunktionär aus. Seine Drohung im TV ist erschreckend deutlich.
OE24 auf Google bevorzugen

Für Montader Madjed (21) wird eine Länderspiel-Absage zum gefährlichen Politikum. Der irakische Fußballer wollte bei den kommenden Spielen seiner Nationalmannschaft nicht dabei sein. Ein Funktionär reagierte darauf mit einer unfassbaren Drohung: Er wolle den Spieler hinrichten lassen.

Adi al-Rubaie, Vorstandsmitglied des irakischen Erstligisten Al-Shorta, machte seine Drohung beim Fernsehsender Dijlah öffentlich. "Wer den Namen meines Landes nicht respektiert, den lasse ich hinrichten", erklärte er.

Auch auf die Nachfrage, ob diese Forderung nicht übertrieben sei, blieb al-Rubaie bei seiner Aussage. "Nein, sie ist nicht übertrieben", antwortete er.

Fußballverband verurteilt Drohung scharf

Der irakische Fußballverband reagierte entsetzt auf die Aussagen. Sprecher Ahmed Al-Falluji bezeichnete sie als "abscheulich" und forderte rechtliche Konsequenzen gegen den Funktionär.

"Gegen die Person, die diese Aussage gemacht hat, müssen rechtliche Schritte eingeleitet werden", erklärte der Verbandssprecher.

Absage sorgt erneut für Ärger

Madjed steht beim schwedischen Erstligisten Hammarby IF unter Vertrag und besitzt die schwedische sowie die irakische Staatsbürgerschaft. © Instagram

Madjed steht beim schwedischen Erstligisten Hammarby IF unter Vertrag und besitzt die schwedische sowie die irakische Staatsbürgerschaft. Nachdem er zunächst für Schwedens Nachwuchsauswahlen gespielt hatte, entschied er sich 2023 für die irakische Nationalmannschaft.

Das Verhältnis zum Team war allerdings schon länger angespannt. Anfang des Jahres sorgte ein Video für Aufregung, in dem sich Bekannte des Stürmers über die irakische Nationalmannschaft lustig machten. Madjed räumte danach Fehler ein, wurde aber nicht für die Weltmeisterschaft im Sommer berücksichtigt.

Zuletzt schien sich die Situation wieder zu beruhigen: Nationaltrainer Graham Arnold nominierte den 21-Jährigen erneut. Doch Madjed sagte überraschend ab.

Spieler will sich auf seinen Klub konzentrieren

Seine Entscheidung begründete der Offensivspieler mit seiner aktuellen Situation: "Es ist eine komplizierte Situation und ich möchte mich jetzt erst einmal hier konzentrieren. Ich will gerade nirgendwohin fliegen."

Ob Madjed künftig wieder für den Irak spielen wird, ist offen. Zur öffentlichen Hinrichtungsdrohung haben sich bisher weder der Spieler noch sein schwedischer Verein geäußert.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden