Großdemos

Junge Union will Einsatz der Bundeswehr gegen Chaoten

Ob die Bundeswehr tatsächlich in einen Demo-Einsatz geht, ist kaum vorstellbar.
© Getty Images
Die Junge Union Berlin-Mitte will bei den für den 31. Oktober angekündigten Schülerprotesten vorsorglich die Bundeswehr einsetzen und die Demonstrationen "unterbinden".
OE24 auf Google bevorzugen

Auf Instagram zieht die CDU-Jugend einen Vergleich zu Frankreich: "Paris hat gezeigt, was Hasser der freiheitlichen, demokratischen Welt anrichten." Deshalb solle die Bundeswehr "zur Verteidigung unserer freiheitlichen Ordnung" hinzugezogen werden, "um Terror wie in Paris zu verhindern". Der Beitrag ist mit der Nationalhymne unterlegt, und das Bild wurde per KI erstellt und zeigt eine Menschenmenge vor dem Brandenburger Tor sowie zwei Soldaten in Gefechtsausrüstung.

Rechtlich problematisch

Kreisvorsitzender Lasse Hansen präzisierte gegenüber der B.Z., man wolle Bevölkerung, Polizei, Einsatzkräfte und Gebäude schützen:  Ausschreitungen wie in Paris müssten mit aller Kraft verhindert werden. Die Bundeswehr solle "als letztes Mittel" für Lagebewertung, Logistik und bei Überforderung der Polizei vor Ort eingesetzt werden – stets im Rahmen der grundgesetzlichen Befugnisse.

Rechtlich ist ein solcher Einsatz zur Absicherung einer Demonstration jedoch problematisch: Inlandseinsätze der Bundeswehr sind eng begrenzt, ein militärischer Schutz einer Demo gilt als verfassungswidrig. Auch das geforderte "Unterbinden" der Versammlungen kollidiert mit Artikel 8 des Grundgesetzes.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden