Prozess in Duisburg

Lehrerin war 17 Jahre krank - jetzt Anklage!

Jetzt muss sich die Lehrerin vor Gericht verantworten,
© Getty Images
Seit 2009 hat sie nicht mehr unterrichtet, ihr Gehalt aber weiter bezogen: Eine 62-jährige Lehrerin des Berufskollegs Wesel muss sich wegen des Verdachts auf Betrug vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Duisburg hat Anklage erhoben. Die Pädagogin soll unrechtmäßig 248.000 Euro erhalten haben.
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Die Anklage umfasst allerdings nur den Zeitraum von März 2021 bis März 2025. Für frühere Jahre seien die Vorwürfe bereits verjährt, teilte die Staatsanwaltschaft mit. In diesen vier Jahren soll die Frau ihrer Schule zehn falsche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen vorgelegt haben. Nach Überzeugung der Ermittler wusste sie, dass sie tatsächlich arbeitsfähig war.

Zusätzlich wird ihr Urkundenfälschung vorgeworfen. Die aktive Tauchsportlerin soll zwei Tauchtauglichkeitsbescheinigungen unter dem Namen einer nicht existierenden Ärztin selbst ausgestellt haben.

Keine Kontrolle veranlasst

Bereits im März hatte die Staatsanwaltschaft eine Hausdurchsuchung bei der Tatverdächtigen bestätigt. Hinweise, wonach sie während ihrer Krankschreibung als Heilpraktikerin gearbeitet und an einem Gründungswettbewerb teilgenommen haben soll, hätten sich hingegen nicht konkret erhärten lassen.

Der Fall wirft auch Fragen nach der Kontrolle im öffentlichen Dienst auf: Obwohl die Lehrerin jahrelang nicht unterrichtete, wurde offenbar keine amtsärztliche Untersuchung veranlasst. Gegen die Frau und einen Mitarbeiter der Bezirksregierung Düsseldorf läuft deshalb ein Disziplinarverfahren.

Das Land versetzte die Pädagogin in den Ruhestand - aber dagegen wehrt sie sich rechtlich. Das Disziplinarverfahren ruht bis zum Abschluss des Strafverfahrens. Zu den Vorwürfen hat sie sich bislang nicht geäußert. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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