Die sechstägige Feuerpause in der russisch besetzten Stadt Oleschky und Umgebung endete um Mitternacht Moskauer Zeit (21.00 Uhr MEZ). Es gab zunächst keine Anzeichen für eine sofortige Wiederaufnahme der Kampfhandlungen.
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Das ukrainische Militär hat kurz vor dem Auslaufen der Frist 167 Menschen aus bedrohten Gebieten der südlichen Region Cherson evakuiert. Unter den Evakuierten seien 22 Kinder und 21 Menschen mit eingeschränkter Mobilität, teilte der ukrainische Generalstab am späten Sonntagabend mit.
Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez erklärte auf dem Kurznachrichtendienst Telegram, beide Seiten hätten ihre Verpflichtungen während der lokalen Waffenruhe eingehalten. Er und seine russische Amtskollegin Jana Lantratowa prüften nun Möglichkeiten, ähnliche humanitäre Bemühungen fortzusetzen. Der Sprecher des Präsidialamtes in Moskau, Dmitri Peskow, sagte russischen Nachrichtenagenturen zufolge, man bewerte den Ablauf des Einsatzes in Oleschky sowie die Koordination zwischen den Menschenrechtsbeauftragten beider Länder positiv.
Melania Trump und Papst Leo XIV. vermittelten
Die lokale Waffenruhe, die am Dienstag begann und von beiden Kriegsparteien eingehalten wurde, war nach Vermittlungsbemühungen von US-First Lady Melania Trump und unter Beteiligung von Papst Leo zustande gekommen. Papst Leo äußerte die Hoffnung, dass die Kooperation den Weg für umfassendere Friedensbemühungen ebnen werde. Melania Trump teilte auf der Plattform X mit, die Feuerpause habe den Bewohnern Bewegungsfreiheit, Zugang zu Nahrung, sauberem Wasser und Medikamenten sowie ein neues Gefühl der Würde ohne die ständige Bedrohung durch Angriffe verschafft. Während der Kampfpause wurden Straßen entmint und Versorgungsgüter in die Stadt gebracht.
Bereits am Samstag waren Bewohner aus Oleschky evakuiert worden. Die Menschen wurden der russischen Menschenrechtsbeauftragten Lantratowa zufolge zunächst in 25 Bussen und neun Krankenwagen auf die Krim gebracht, bevor sich die Konvois aufteilten, da einige nach Russland und andere in die Ukraine wollten. Die Zivilisten reisten zunächst mit Bussen über die von Russland bereits 2014 annektierte Halbinsel Krim in die russische Stadt Anapa und flogen von dort nach Belarus, von wo aus sie in die Ukraine weiterreisten. Wie viele Menschen in Oleschky blieben, war zunächst unklar.
Erste gemeinsame Hilfsaktion seit Kriegsbeginn
Es handelte sich um die längste lokale Unterbrechung der Kämpfe seit Beginn der russischen Großinvasion im Februar 2022. Russische Streitkräfte hatten die Stadt am Fluss Dnipro unmittelbar nach der Invasion im Februar 2022 unter ihre Kontrolle gebracht. Ukrainische Truppen eroberten jedoch noch im selben Jahr einen großen Teil der Region zurück, einschließlich der Gebietshauptstadt Cherson. In anderen Teilen der Ukraine gingen die Kämpfe am Sonntag weiter. Regionale Behörden meldeten mindestens zwei Todesopfer bei Angriffen in der Region Sumy an der russischen Grenze und in der zentralukrainischen Region Winnyzja.
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