"Ameriacana-Träume"

Mercedes Helnwein: Rückkehr einer Grenzgängerin

Sophie Zetter-Schwaiger, Mercedes Helnwein & Claudia Kovacek-Longin · © Galerie Kovacek & Zetter GmbH
© Kovacek & Zetter
Zwei Jahre nach dem gefeierten Österreich-Debüt „Sometimes" betritt Mercedes Helnwein erneut den Kosmos der Galerie Kovacek & Zetter – diesmal mit einer Werkschau, die tiefer in die Risse zwischen Traum und Abgrund blickt.
OE24 auf Google bevorzugen

Ab 23. Oktober entfaltet sich unter dem Titel „Ground Zero" eine neue Bildwelt der österreichisch-amerikanischen Künstlerin, deren melancholisch-utopische Americana-Visionen längst internationale Sammlerkreise verzaubern.

Geboren 1979 in Wien als Tochter des Malers Gottfried Helnwein, hat sich die Künstlerin einen Platz unter den gefragtesten Stimmen ihrer Generation erobert. Ihre Bilder hängen in den Sammlungen von Damien Hirst, Wim Wenders, Nicolas Cage, Milla Jovovich und Courtney Love. Zwischen Wien-Debüt und „Ground Zero" lagen Stationen wie „Watching from a Safe Distance" im Museum Bensheim und „Mikrokosmen" im Werner Berg Museum Bleiburg. Heute lebt und schafft Helnwein in Los Angeles.

Die Künstlerin vor einem ihrer Werke.
Die Künstlerin vor einem ihrer Werke. © Kovacek & Zetter

Ein Titel wie eine Zäsur

Der Ausstellungstitel trägt schwere historische Last: einst Chiffre für den Vernichtungsradius einer Atombombe, später Synonym für die Wunde am World Trade Center. Bei Helnwein verschiebt sich der Begriff ins Persönliche – wird zum Bild jenes Point of no Return, an dem eine Lebensphase erlischt und eine andere zu flackern beginnt.

Krankenschwestern, Promqueens, Cheerleaderinnen: Ihre Protagonistinnen tragen ihre Rollen wie Rüstungen, während die Gesichter maskenhaft entrückt bleiben. „Ich glaube, dass Menschen von Natur aus nicht normal sind, und als Geschichtenerzählerin oder Zuschauerin Beweise dafür zu finden, ist für mich aufregend", sagt Helnwein. Stilistisch oszilliert sie zwischen Pop-Ästhetik und amerikanischem Individualismus, ihre artifiziell durchleuchteten Bildräume zitieren Film-Noir-Stills ebenso wie Cindy Sherman, Edward Hopper und Andrew Wyeth.

Mercedes Helnwein – Ground Zero
23. Oktober bis 21. November 2026
Galerie Kovacek & Zetter – Plankengasse 5, 1010 Wien
Eintritt frei

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden