Der belgische Konzern Ardo schließt sein Werk in Groß-Enzersdorf ersatzlos, trotz guter Marktlage. Auch die Übernahme von Werk oder Spezialmaschinen durch heimische Investoren hat der Konzern abgeblockt, um keine neue Konkurrenz zuzulassen. Damit stand die gesamte Gemüseproduktion im Marchfeld auf der Kippe, und der Tiefkühlerbsen-Nachschub im Supermarkt gleich mit.
Verhandlungs-Marathon
Nach langen und zähen Verhandlungen haben LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) und der designierte Landwirtschaftskammer-Präsident Lorenz Mayr nun den Durchbruch erzielt. "Es ist gelungen, die Versorgung mit rot-weiß-rotem Gemüse zu sichern!", jubeln die beiden. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) stellt klar: "Ardo hat Niederösterreich vor vollendete Tatsachen gestellt." Dank des Einsatzes der letzten Wochen stehe die Versorgung nun auf mehreren Beinen statt auf einem einzigen Konzern.
Die Erzeugerorganisation Tiefkühlgemüse (ETG) bietet den Bauern neue Abnehmer für bis zu 2.000 Hektar. Angebaut werden Sojabohnen, Edamame, Blatt- und Wurzelgemüse, Kräuter wie Dill, Petersilie und Koriander sowie Erdäpfel. Unterm Strich könnte sogar mehr Gemüse wachsen als bisher. "Das schafft sogar neue Perspektiven für die Betriebe", betont ETG-Obmann Robert Kriegl.
Auch interessant
Heimische Verarbeiter übernehmen
Als Abnehmer sind unter anderem Waldland und weitere heimische Firmen an Bord. Schneiders Gemüseland aus Groß-Enzersdorf baut seine Verarbeitung deutlich aus. Zudem wird eine eigene Blattgemüse- und Innovationslinie geprüft.
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) spricht von einer "starken Zukunftsperspektive" für die Region. Für Pernkopf und Mayr steht fest: "Konzerne sperren zu, doch heimische Familienbetriebe und bäuerliche Genossenschaften sichern die Versorgung mit heimischem Gemüse auch in Zukunft."
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden