Aufregung in NÖ

"Gender-Wahnsinn": FPÖ tobt über "Grüß Göttin"-Schild

Straßenschild mit der Aufschrift „GRÜSS GÖTTIN“ auf einer Wiese vor herbstlichen Bäumen.
© FPÖ NÖ
Ein ungewöhnliches Schild sorgt in Niederösterreich für heftige Diskussionen.
OE24 auf Google bevorzugen

Seit Ende Oktober steht an der Mariazeller Straße bei der Park-&-Ride-Anlage St. Pölten Süd eine Installation mit der Aufschrift "Grüss Göttin". Was als künstlerischer Denkanstoß gedacht ist, stößt vor allem bei der FPÖ auf heftigen Widerstand. Die Freiheitlichen sprechen von ideologischer Symbolpolitik und fordern die Entfernung des Kunstwerks.

Hinter der Installation steckt die Tiroler Künstlerin Ursula Beiler. Sie wollte den traditionellen Gruß "Grüß Gott" bewusst abwandeln und damit zum Nachdenken über Sprache und gesellschaftliche Rollenbilder anregen. Die Idee zu dem Kunstwerk entstand bereits 2008. Das Schild war zunächst an der Inntalautobahn bei Kufstein zu sehen und wurde später auch in Graz und Innsbruck aufgestellt. Nach längerer Suche nach einem neuen Standort hat es nun in St. Pölten seinen Platz gefunden. Täglich passieren dort bis zu 30.000 Fahrzeuge die Installation.

Landbauer spricht von "Gender-Wahnsinn"

Besonders scharfe Kritik kommt von FPÖ-Niederösterreich-Landesparteiobmann Udo Landbauer. Er nimmt dabei auch die SPÖ und Vizekanzler Andreas Babler ins Visier. "Der Gender-Wahnsinn der SPÖ nimmt immer absurdere Formen an. Vizekanzler Babler hat bei der Fußball-WM sogar unsere Nationalspieler zu Spielerinnen gemacht. Jetzt wird in der roten Landeshauptstadt selbst das "Grüß Gott" auf den Kopf gestellt", kritisiert Landbauer in einer Aussendung.

Das Kunstwerk zeige seiner Ansicht nach, wie weit sich die SPÖ von den tatsächlichen Sorgen der Bevölkerung entfernt habe. "Die Leute erwarten sich Lösungen für ihre Probleme und keine ideologischen Verrenkungen. Schluss mit diesem Gender-Blödsinn. Das ist nur mehr verrückt", so der FPÖ-Politiker.

Auch die Veränderung des traditionellen Grußes lehnt Landbauer entschieden ab. "Unsere Sprache und unsere christlich-abendländischen Traditionen sind kein Spielball für ideologische Experimente. Ein ganz normales "Grüß Gott" gehört seit Generationen zu unserer Heimat. Das muss niemand umschreiben, umdeuten oder künstlich verändern."

Er fordert die SPÖ auf, das Kunstwerk wieder entfernen zu lassen. "Die SPÖ soll diesen Schwachsinn entfernen und die Menschen damit in Ruhe lassen", verlangt Landbauer.

FPÖ verlangt Offenlegung der Kosten

Auch auf kommunaler Ebene wächst der Widerstand. FPÖ-Landesrat und Gemeinderat Martin Antauer bezeichnet die Installation als "feministische Symbolpolitik". Während sich die Stadtregierung mit einem Kunstprojekt beschäftige, hätten viele Menschen mit Teuerung und alltäglichen Problemen zu kämpfen.

Nicht nur die Freiheitlichen protestieren gegen die Installation. Auch die Bürgerplattform "Pro St. Pölten" verlangt die Entfernung des Kunstwerks. Sprecherin Ulrike Nesslinger wandte sich mit ihrer Kritik sogar an den zuständigen Bischof Alois Schwarz. In einem Schreiben wirft sie der Installation vor, im Namen der Kunst mit dem Namen Gottes "Schindluder" zu treiben. Der Bischof solle Schritte gegen die aus Sicht der Plattform provokante Installation setzen.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden