Die Demokraten hoffen, Trumps Republikanern bei den Kongresszwischenwahlen - den sogenannten Midterms - die Mehrheit in Senat und Repräsentantenhaus entreißen zu können. Während eine künftige Mehrheit für die Demokraten im Repräsentantenhaus als nahezu sicher gilt, dürfte das Rennen um den Senat sehr eng werden.
Verliert Trump beide Kammern?
Im Oberhaus stehen 35 der insgesamt 100 Sitze zur Wahl. Derzeit stellen die Republikaner 53 Senatoren und die Demokraten 47.
Von der "New York Times" veröffentlichte neue Umfragen zeigen, dass die Demokraten bei fast allen der sieben besonders umkämpften Senatssitze leicht vorn liegen. Dabei geht es um die Staaten Alaska, Kansas, Maine, Michigan, Ohio und Texas; in Iowa liegen die Kandidaten nahezu gleichauf.
Bemerkenswert ist, dass die Demokraten selbst in Republikaner-Hochburgen wie Texas und Kansas gute Chancen auf einen Sieg haben. Gründe sind die Unzufriedenheit vieler Wähler über gestiegene Lebenshaltungskosten und den Iran-Krieg - und die damit verbundenen historisch schlechten Zustimmungswerte für Präsident Trump.
Die Umfragen sind allerdings mit Vorsicht zu genießen. Bei den letzten US-Wahlen lagen sämtliche Institute weit daneben und sagten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Trump und Kamala Harris voraus. Schließlich wurde es dann aber ein deutlicher Trump-Sieg. Auch dieses Mal warnen Experten vor einem Trump-Effekt.
Trump packt Extremismuskeule aus
Der US-Präsident zeigte sich kurz vor der Wahl auch siegesgewiss. "Wir werden gewinnen", sagte Trump am Sonntag bei einer Wahlkampfveranstaltung in Iowa. Die Demokraten seien "extreme und gefährliche Radikale". Sie würden den Wohlstand der Bürger "stehlen" und Migranten ins Land lassen, die dann "plündern, vergewaltigen und brandschatzen" würden.
Trump konnte seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus im Jänner 2025 mit einer republikanischen Mehrheit in beiden Kongresskammern regieren. Selbst wenn die Demokraten nur die Mehrheit im Repräsentantenhaus gewinnen, könnten sie künftig wichtige Vorhaben des Präsidenten stoppen und über das Budget mitentscheiden. Die Oppositionspartei würde außerdem den Vorsitz über wichtige Ausschüsse übernehmen und könnte Untersuchungen zu Korruptionsvorwürfen gegen die Trump-Regierung und die früheren Verbindungen des Präsidenten zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein einleiten.
Allerdings hat Trump schon in den vergangenen beiden Jahren versucht, am Kongress - und an den Gerichten - vorbei zu regieren und dabei die Macht der Exekutive auszubauen. Zudem könnte er Gesetzesvorhaben der Demokraten mit seinem Veto blockieren.
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