Der Zwischenfall ereignete sich am Donnerstag nach Trumps Rückkehr mit der Air Force One. Reuters-Reporter Jacob Bogage wollte wissen, ob die Absage eines geplanten Auftritts in Kansas etwas mit der langen Reisetätigkeit des Präsidenten zu tun habe und ob Trump möglicherweise gesundheitlich angeschlagen sei.
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Die Antwort fiel heftig aus: "Du bist krank, so eine Frage zu stellen", schimpfte Trump zunächst. Danach nahm er das Aussehen des Journalisten ins Visier. "Schau dir diesen Typen an. Er ist völlig außer Form", sagte der Präsident. Schließlich legte er nach: "Du bist widerlich. Bring dich in Form. Du siehst aus wie die Hölle."
Trump beteuerte gleichzeitig, dass es ihm bestens gehe. "Ich fühle mich perfekt", erklärte er.
Schwache Umfragewerte vor den Midterms
Der Ausbruch erfolgt in einer politisch wichtigen Woche für den US-Präsidenten. Am 3. November entscheiden die Amerikaner bei den Zwischenwahlen über die Zusammensetzung des Kongresses. Für Trump steht dabei viel auf dem Spiel: Sollten die Republikaner ihre Mehrheiten verlieren, könnten die Demokraten seine politische Arbeit in den verbleibenden zwei Jahren seiner Amtszeit deutlich erschweren.
Auch die Umfragewerte geben Anlass zur Diskussion. Eine Erhebung von Washington Post, ABC News und Ipsos vom Oktober sah Trumps Zustimmung bei nur 33 Prozent. Eine separate Fox-News-Umfrage kam auf 36 Prozent.
Besonders problematisch ist für Trump die wirtschaftliche Lage. Sechs von zehn Befragten nannten in der Fox-News-Umfrage die Lebenshaltungskosten als ihre größte wirtschaftliche Sorge. Nur 22 Prozent waren mit Trumps Umgang mit der Inflation zufrieden, 77 Prozent äußerten sich unzufrieden. Damit zählt die Teuerung zu den größten Schwachstellen seiner politischen Bilanz.
Bei Migration kann Trump punkten
Ein anderes zentrales Wahlkampfthema ist die illegale Migration. Hier kann Trump auf deutlich gesunkene Zahlen bei den Grenzaufgriffen an der Grenze zu Mexiko verweisen. Die Grenzsicherung bleibt damit eines jener Themen, bei denen seine Regierung auf ihre bisherige Politik verweisen kann.
Bei den Lebenshaltungskosten sieht die Situation anders aus. Gerade die hohen Preise für Lebensmittel, Wohnen und andere Alltagsausgaben beschäftigen viele Amerikaner. Das könnte für die Republikaner bei den Zwischenwahlen zum entscheidenden Thema werden.
Trump beschimpft auch Norwegen
Nicht nur Journalisten bekommen Trumps Zorn zu spüren. Bei einem Auftritt in Michigan bezeichnete der Präsident Norwegen zuletzt als "Shithouse-Land" und griff damit erneut das Land rund um die Vergabe des Friedensnobelpreises an.
Hintergrund ist Trumps wiederholter Wunsch nach der Auszeichnung. Der Friedensnobelpreis ging heuer jedoch an die internationale Juristin Navi Pillay. Dabei entscheidet nicht die norwegische Regierung über die Vergabe, sondern das unabhängige Norwegische Nobelkomitee.
Kansas-Auftritt inzwischen wieder geplant
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte die zunächst abgesagte Wahlkampfveranstaltung in Kansas. Trump hatte den geplanten Auftritt zunächst gestrichen und stattdessen Telefonveranstaltungen angekündigt. Inzwischen wurden die Auftritte in Kansas und Iowa für Sonntag neu angesetzt.
Die Zwischenwahlen am Dienstag werden zeigen, wie sich die politische Stimmung tatsächlich auf die Mehrheiten im Kongress auswirkt. Für Trump könnten die letzten Tage des Wahlkampfs damit noch einmal besonders entscheidend werden
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